»Die Partei muß in Zukunft ein Sympathieträger werden.«

  Der Bundesparteitag der NPD am 21./22. November 2015 in Weinheim – eine Nachlese von Peter Schreiber – Teil IV Im Anschluß an die Eröffnungsrede des Parteivorsitzenden trug Sebastian...

 

Der Bundesparteitag der NPD am 21./22. November 2015 in Weinheim – eine Nachlese von Peter Schreiber – Teil IV

Im Anschluß an die Eröffnungsrede des Parteivorsitzenden trug Sebastian Schmidtke das Gedicht Weinheim_Schmidtke»Kamerad – Gedichte eines Soldaten« von Kurt Eggers vor und es folgte eine würdige Schweige- und Gedenkminute zu Ehren derjenigen Mitstreiter, welche seit dem letzten Parteitag verstorben waren.

Nach der Feststellung der Beschlußfähigkeit konnte der Parteitag seine eigentliche Arbeit aufnehmen, souverän geführt durch die beiden Partei-Veteranen Manfred Aengenvoort und Karl-Heinz Pfirrmann.

Neben den umfangreichen Beratungen zur inneren Ordnung der Partei, also zu Satzung, Schiedsgerichts-, Geschäfts-, Beitrags- und Finanzausgleichsordnung, gehörte auch der Rechenschaftsbericht des Parteivorsitzenden dazu, in dem dieser zur Lage der Partei und zur Arbeit des Parteivorstandes Stellung nahm. Frank Franz ging darin auf den Ist-Zustand vor seiner Amtsübernahme ein, der leider auch dadurch geprägt war, daß »fehlende direkte Kommunikation« und das Austragen von Zwistigkeiten via Facebook zu einem der Partei abträglichen Bild in der Öffentlichkeit beigetragen hätten: »Uneinigkeiten dürfen nicht in der Öffentlichkeit und in den sozialen Netzwerken ausgetragen werden. Hierzu, wie auch für weiterführende Fragen, hatten wir deshalb Anfang des Jahres eine Klausurtagung in Brandenburg durchgeführt, davon abgeleitet zahlreiche Führungskräftekonferenzen in allen Landesverbänden.«

Weinheim_KartenDarüber hinaus seien dort auch strategische Fragen erörtert worden, so beispielsweise der Umgang mit PEGIDA bzw. der AfD und anderen Konkurrenzparteien. Das Hauptproblem, so Franz, sei die öffentliche Wahrnehmung der Partei: »Wir müssen ein anderes Bild von uns selbst erzeugen.« Das Schimpfen auf den Verfassungsschutz oder die Medien bringe uns nicht weiter. »Wir können andere nicht verändern –  aber wir können an uns selbst arbeiten.«

Und weiter: »Die NPD ist die einzig noch verbliebene Partei, die sich für die Menschen in diesem Land einsetzt, die – salopp ausgedrückt – noch rund laufen. Wenn die NPD, ohne ständig nochmal ›eins oben drauf zu setzen‹, ohne ständig einen radikalen I-Punkt draufzusetzen zu wollen, statt dessen klarmacht, daß wir die Normalgebliebenen sind, dann finden wir auch offene Ohren.« Genau das sei der Leitgedanke seiner Arbeit seit Amtsantritt gewesen:

»Die Partei muß in Zukunft ein Sympathieträger werden.« Natürlich seien wir eine Weltanschauungspartei, so Franz. Gleichzeitig wüßten wir aber auch, daß insbesondere in Wahlkämpfen, die wenigsten Menschen Wahlprogramme lesen. Viel öfter und dichter an den Bürger heranzukommen, über Informationsstände, über kleine Kundgebungen, das sei das Ziel. »Im Zeitalter von Facebook ist es schwierig, die Leute zu interessieren, in einer Zeit also, in der jeder meint, er habe mit seinem Gefällt-Mir-Klick bereits eine heroische Tat vollbracht. Die Leute müssen von unseren Veranstaltungen nach Hause gehen und ein gutes Gefühl dabei haben… Doch wie können wir das erreichen?«, läßt Franz die Delegierten an seinen Gedanken teilhaben.

Deutungshoheit erlangen

Es sei wichtig, endlich die Bindung zum Volk herzustellen und »Deutungshoheit« zu erlangen, und zwar vor allem erst einmal die Deutungshoheit über sich selbst als Partei.  Derzeit würden vor allem BILD oder RTL definieren, was die NPD ist.

Weinheim_Franz1An dieser Stelle machte der Parteivorsitzende deutlich, warum ihm die Umsetzung des von ihm geforderten Projektes »DS-TV« so wichtig gewesen sei, das nun mit bereits über 30 Sendungen kontinuierlich und stabil laufe und seinen Beitrag zu dieser eigenen Deutungsmöglichkeit leiste. Eine kompetente Redaktionsmannschaft, akribische Planung, vernünftiger Schnitt hätten das möglich gemacht.

Im Laufe des Parteitages haben sowohl die NPD-Netzredaktion als auch die Mannschaft von DS-TV das Lob des Vorsitzenden gerechtfertigt: Hand in Hand arbeitend berichten die einen laufend über Facebook und Twitter über den Fortgang des Parteitages, während die anderen mit spontanen Kurzfilmen wichtige Aspekte der Veranstaltung dokumentieren, Eindrücke einfangen und Delegierte zu Wort kommen lassen.

Weinheim_StabelFrank Franz hatte daher allen Grund, die Arbeit der DS-TV- Mannschaft um Projektleiter Jens Pühse, Moderatorin Emma Stabel, den für die filmische Umsetzung verantwortlichen Jörg Hähnel und Thorsten Thomsen als Redakteur zu loben. Jede Woche ist seit dem Start des neuen Formates eine neue Sendung erschienen und jede Sendung erfordere einen Arbeitsaufwand von zwei bis drei Tagen. Damit habe sich die NPD nun endlich ein »niedrigschwelliges Angebot« geschaffen, das sich zu Beginn noch mit 2000 bis 5000 Zuschauern zufriedengeben mußte, sich mittlerweile aber schon mehr als 200 000 echter Zuschauer erfreue. Ein Informationsangebot, das selbst große etablierten Parteien alt aussehen läßt.

Fortsetzung folgt.

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