Im Schatten des Terrors

Die Anschläge von Paris erschüttern die westliche Welt. Der islamische Terror greift weiter um sich und verändert unseren Alltag nachhaltig. Kein Politiker von Rang und Namen, der sich nicht...

Die Anschläge von Paris erschüttern die westliche Welt. Der islamische Terror greift weiter um sich und verändert unseren Alltag nachhaltig. Kein Politiker von Rang und Namen, der sich nicht irgendwie dazu äußert.  Allgemeines Entsetzen, Frankreich schließt seine Grenzen.

MDR_Text1Ein Blick in den Teletext des MDR führt auf den Regionalseiten für Sachsen und Sachsen-Anhalt ganz andere Schwerpunkte auf. Auf Seite 161 findet man einen „Haftbefehl nach Anschlag auf geplante Asylunterkunft“, in Leipzig wird Lehrern ein Projekt nahegebracht, das „Strategien gegen Rechts“ vermitteln soll. Auch eine „Terrorgruppe“ schafft es in die Meldungen, nämlich die inzwischen fast vergessene „Oldschool Society“. Was gibt es in diesem Fall an Neuigkeiten? Keine, denn es wurde immer noch „keine Anklage“ gegen die Mitglieder dieser merkwürdigen Facebook-Gruppe erhoben.

Eine „Eskalation in ZAst Halberstadt“ wird auf Seite 171 gemeldet, der Harzkreis hat deswegen seine Mitarbeiter des Jugendamtes zurückziehen müssen. Ab Montag dürften sie wieder Dienst tun, unter Polizeischutz allerdings. Hoffen wir, dass sie so den „Andrang minderjähriger Flüchtige“ ohne Blessuren bewältigen können. Der Ministerpräsident hat derweil andere Sorgen. Auf Seite 172 verurteilt er „AngriffeMDR_Text2 und Bedrohungen gegen Flüchtlingshelfer und Politiker“. Natürlich meint Reiner Haseloff nicht die Probleme mit den ungebetenen Gästen selbst. Für ihn ist es wichtig zu sagen, „rechte Gewalt dürfe nicht toleriert werden, Ausländerfeindlichkeit dürfe nicht die Oberhand gewinnen“. In Paris gewinnen derzeit ganz andere die „Oberhand“. Und weil gerade Wahlkampf ist und er gerne Ministerpräsident bleiben würde, mahnt er ganz volksverbunden, nicht „jede Kritik an der Flüchtlingspolitik gleich in die rechtsextreme Ecke zu stellen“, die Zuwanderung zu begrenzen und die deutschen Arbeitslosen nicht zu vergessen. Ob ihm das noch jemand abnimmt?

Auch in der beschaulichen Altmark tobt ein Sturm im Wasserglas nach „menschenverachtenden Äußerungen eines Mitgliedes im Ortschaftsrat von Fleetmark“. Darüber muss natürlich die Welt informiert werden! Ganz besonders deshalb, weil dieser Ortsteil von Arendsee „eigentlich ein Vorbild in Sachen Integration sei. So stamme die Bürgermeisterin aus Polen und sei mit einem Syrer verheiratet.“ Da versteht es sich fast von selbst, dass hart durchgegriffen werden muss, um diese Idylle zu bewahren.

Dornburg_VereinIm Jerichower Land und zugleich auf Seite 174 des MDR-Textes ist der Idealzustand fast erreicht. „Der wegen seiner rechtsextremistischen Tendenzen umstrittene FC Ostelbien Dornburg verlässt den Landessportbund.“ Nun können wir wieder beruhigt schlafen. „Im Schatten der Terrors“ läuft das politische Alltagsgeschäft wie gehabt – wie lange noch?

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