Willkommen im Hotel!

In der Kreisstadt Bernburg wird weiterer Platz für „Flüchtlinge“ geschaffen. Mussten sich die ungeladenen Gäste bisher mit eher unkomfortablen Unterkünften zufrieden geben, so soll ihnen bald das Parkhotel, auch...

In der Kreisstadt Bernburg wird weiterer Platz für „Flüchtlinge“ geschaffen. Mussten sich die ungeladenen Gäste bisher mit eher unkomfortablen Unterkünften zufrieden geben, so soll ihnen bald das Parkhotel, Parkhotel8auch unter dem Namen „Parforcehaus“ bekannt, zur Verfügung stehen.

Nachdem der Landkreis ein erstes Angebot des Eigentümers aus Kostengründen noch abgelehnt hatte, bleibt ihm jetzt angesichts von 147 Zuwanderern, die aktuell pro Woche aufzunehmen sind, keine andere Wahl und so beauftragte der Salzland-Kreistag in nichtöffentlicher Sitzung Landrat Markus Bauer (SPD) damit, mit den Eigentümern des Hotels erneut Verhandlungen zu führen.

Nach Informationen der „Mitteldeutschen Zeitung“ sollen ab 1. Dezember bis zu 400 Asylbewerber für eineParkhotel3 Monatsmiete von 150 000 Euro unterkommen. Ob der Wunsch einiger Mitglieder des Kreistags, günstigere Konditionen zu vereinbaren, gelingen wird, ist angesichts des Drucks von oben zweifelhaft. Genauso dürfte es mit der Zusage des Geschäftsführers aussehen, seinen Parkhotel4Mitarbeitern nicht zu kündigen. Das Restaurant, einst täglich von 11.30 bis 22.30 Uhr geöffnet, ist bereits geschlossen, während der Übernachtungsbetrieb zurzeit noch weiter läuft.

Was treibt Hotelbesitzer dazu, 4-Sterne-Häuser derart zweifelhaften Gästen zu überlassen? Ein weiterer Fall aus der Harzgemeinde Sorge gibt Einblicke. Hier mussten die rund 160 aus Syrien stammenden Flüchtlinge im Laufe dieser Woche das Hotel „Sorgenfrei“ und ein weiteres dem Besitzer gehörendes Haus verlassen – „teils unter Tränen“, wie Beobachter der „Volksstimme“ berichteten – und dies erst kurz nach dem Einzug. Hatte der Brief des Ortschaftsrates an Bundes- und Landespolitiker, in dem die Unterbringung derart vieler Asylbewerber in einem kleinen Ort ohne Einkaufsmöglichkeiten kritisiert wurde, Wirkung gezeigt?

HarzquerbahnNatürlich nicht – seit wann haben die Bürger bei solchen Entscheidungen etwas mitzureden! Der Grund ist ganz banal: Es ist der Fund einer Hanfplantage im Hotel, weswegen gegen den Hotelbesitzer Ermittlungen eingeleitet wurden. Da er sich eventuell demnächst nicht mehr mit ganzer Kraft der Betreuung seiner „Gäste“ wird widmen können, mussten sie laut Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt kurzfristig verlegt werden.

Die Vermutung liegt nahe, dass der Besitzer des Hotels seit einiger Zeit alles andere als „sorgenfrei“ in die Zukunft sehen musste. Sowohl der Hanfanbau als auch die Vermietung dürften finanzielle Gründe haben – wobei nur ersteres derzeit strafbar ist. Auch in Bernburg dürfte die Lage ähnlich sein. Ein direkt gegenüber dem Hotel gelegenes Haus beherbergte einst eine Gaststätte, die augenscheinlich schon seit vielen Jahren geschlossen ist. Ausbleibende Gäste und Renovierungsstau werden auch dem ehemaligen „Maritim-Hotel“ in Halle an der Saale nachgesagt, in dem seit einigen Wochen 700 Einwanderer Platz gefunden haben. Selbst Berichte über ruinierte Sanitäranlagen und andere Schäden schrecken die Eigentümer derartiger Objekte offenbar nicht ab, sie dem Bundesland oder dem Kreis zur Unterbringung von Asylanten anzubieten.

Offenbar gar keine Rolle bei den Entscheidungen der (Un-)Verantwortlichen aus der etablierten Politik spielt ein folgenschwerer Nebeneffekt, den die Wahl derartiger Nobelherbergen mit sich bringt: Die Fotos der neuen Einwohner und ihres „Zuhauses“ verbreiten sich über den ganzen Erdball und dürften die neuzeitliche Völkerwanderung weiter anheizen. Da hilft auch kein Rückbau von Teilbereichen der Hotels – die Werbeseiten bleiben in der Regel noch jahrelang abrufbar.

Auch Scheingefechte in der bundesdeutschen Koalitionsregierung werden an der unhaltbaren Situation nichts ändern. Ein grundlegender Politikwechsel ist notwendig!

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