Chefredakteur der ARD räumt falsches Bild von „Flüchtlingen“ ein

Eigentlich wissen wir es alle. Die millionenfach hereinströmenden Asylforderer sind jung, männlich und meist auch muslimisch. Gezeigt werden aber überwiegend Familien mit Kindern. Lassen sich die Bilder aggressiver Invasoren...

Eigentlich wissen wir es alle. Die millionenfach hereinströmenden Asylforderer sind jung, männlich und meist auch muslimisch. Gezeigt werden aber überwiegend Familien mit Kindern. Lassen sich die Bilder aggressiver Invasoren nicht ganz vermeiden, so werden die Umstände dafür verantwortlich gemacht, die sie zu Verzweiflungstaten getrieben hätten.

Kai_GniffkeÜberraschend hat nun Kai Gniffke, Chefredakteur von „ARD aktuell“ in einer Expertenrunde gegenüber dem „Focus“ zugegeben, das zumindest nicht immer ein „richtiges Bild“ gezeigt würde: „Wenn Kameraleute Flüchtlinge filmen, suchen sie sich Familien mit kleinen Kindern und großen Kulleraugen aus.“ Und das, obwohl auch er weiß, dass „80 Prozent der Flüchtlinge junge, kräftig gebaute alleinstehende Männer sind“.

Es ist nicht das erste Mal, dass Gniffke derartige Überlegungen anstellt. Von der Öffentlichkeit kaum beachtet, fragte er bereits im August 2015 im „blog.tageschau.de“ unter der Überschrift „Unsere Haltung beim Thema Flüchtlinge“ über die Berichterstattung in der Asylfrage: „Tun wir das wertfrei? Haben wir dazu eine Haltung? Oder gar eine Meinung?“ Dabei kommt er nach einigen Überlegungen über Sinn und Ziel seiner Tätigkeit zu dem Schluss: „Das ist ein schmaler Grat. Die Gefahr bei dieser Art von Informationen ist, dass wir uns selbst als Beschützer der Flüchtlinge inszenieren und alles toll finden, was mit Flüchtlingen zu tun hat. Das wäre unjournalistisch. Es ist wichtig, dass wir alle Aspekte des Flüchtlingsthemas beleuchten.“

Das hört sich erfreulich an, geht jedoch an der Realität vorbei. Das Agieren – oder besser: Agitieren – einer Anja Reschke („Panorama“) zuletzt bei „Jauch“ und zahlreicher ihrer Kollegen zu jeder Tageszeit strotzt nur so von Parteinahme und Meinungsmache. Es hilft nichts, wenn Gniffke fordert: „Deshalb sollten wir in unserer Berichterstattung die Welt nicht in gut und böse einteilen – unsere Meinung darf keine Rolle spielen.“ Das genaue Gegenteil passiert, die Hetze steigert sich von Tag zu Tag. Befeuert wird sie von Regierungsvertretern, unter denen Bundesjustizminister Maas eine besonders unrühmliche Rolle spielt.

Es stellt sich deshalb die Frage, warum der Chefredakteur eines von den Bürgern zwangsfinanzierten Senders sich gerade jetzt kritisch mit der eigenen Berichterstattung auseinandersetzt. Will er wirklich etwas ändern? Zeigen sich etwa erste Parallelen zu den Entwicklungen auf, die das DDR-Fernsehen im Herbst 1989 durchlief? Zu hoffen wäre es. Eines ist jedoch klar: Grundvoraussetzung für jede Veränderung ist es, dass der Druck von unten nicht nachlässt. Dafür müssen wir alle sorgen.

 

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