Die USA sind der wahre Urheber der Asylkrise

Ganz Deutschland redet über die Asylkrise, die Medien überschlagen sich mit Horrorzahlen und kommen mittlerweile auch nicht mehr umhin, die möglichen Kosten zu beziffern. Offiziellen Verlautbarungen zufolge werden die...

Ganz Deutschland redet über die Asylkrise, die Medien überschlagen sich mit Horrorzahlen und kommen mittlerweile auch nicht mehr umhin, die möglichen Kosten zu beziffern. Offiziellen Verlautbarungen zufolge werden die Leistungen für Asylbewerber in diesem Jahr etwa 10 Milliarden Euro kosten. In dieser Kalkulation tauchen die Kosten für die möglicherweise bald eingeführte Gesundheitskarte für Asylbewerber und die von den Jugendämtern der Kommunen vorgenommene Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge noch überhaupt nicht auf.

Worüber bei dem Medienrummel um die Asylkrise überhaupt nicht gesprochen wird, ist die Ursache zumindest eines Teils der gigantischen Flüchtlingsströme, die sich in Richtung Europa in Bewegung setzen. In den letzten Jahren haben die USA vormals souveräne Staaten wie Afghanistan, Irak, Syrien und Libyen mit Militäreinsätzen und finanzieller sowie propagandistischer Einflussnahme auf Rebellen destabilisiert, was dazu führte, dass islamistische Netzwerke wie Al-Qaida und die Terrormiliz des „Islamischen Staates“ (IS) ihr Unwesen treiben können.

Vor allem der IS, der in der Region große Territorien unter seine Herrschaft bringen konnte, zieht seither brandschatzend und mordend durch Syrien, den Irak und zahlreiche afrikanische Staaten, um dort Christen, Kurden und Muslime, die nicht ihrem Weltbild entsprechen, zu bekämpfen. Auch die im Norden Nigerias aktive terroristische Gruppierung Boko Haram hat sich im März dieses Jahres formell dem IS angeschlossen, wodurch er Einfluss auf weitere afrikanische Staaten gewonnen hat.

Die USA haben nicht nur durch die gezielte Destabilisierung souveräner Staaten zum Erstarken des IS beigetragen, sondern wussten Dokumenten der Defense Intelligence Agency (DIA) zufolge schon im Jahr 2012 von konkreten Plänen der islamistischen Organisation, in Syrien einen eigenen Staat auszurufen. Auch wurden wissentlich islamistische Gruppen im Kampf gegen das syrische Assad-Regime unterstützt. Außerdem war den USA frühzeitig bekannt, dass Al-Qaida im Irak eine maßgebliche Rolle bei der Unterstützung der syrischen Opposition spielte.

Da die USA einen Großteil der Fluchtgründe erst geschaffen haben, müssen sie auch zur Verantwortung gezogen werden. Die USA sprechen immer von transatlantischer Partnerschaft, wenn sie sich selbst einen Vorteil davon versprechen. Nun aber sind sie weder bereit, selbst Asylbewerber aus den Bürgerkriegsregionen aufzunehmen noch sich finanziell an der Bewältigung der Krise zu beteiligen.

Stattdessen sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest: „Europa hat die Kapazität, dieses Problem selber zu lösen.“ Noch zynischer wird Earnest, wenn er sagt, dass die europäische Politik nicht versäumen dürfe, die Flüchtlinge als Menschen zu sehen. Ausgerechnet die USA, die seit Jahrzehnten die Welt mit Kriegen überziehen, spielen sich als moralische Instanz auf.
Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Ronny Zasowk

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