K(r)ampf gegen Rechts: Erster Fußballverein verboten!

Der Jubel in den Medien ist einmütig, vom Innenminister bis zum letzten Antifa-Verein gibt man sich zufrieden: Der FC Ostelbien Dornburg wurde am Abend des 31. August 2015 vom...

Der Jubel in den Medien ist einmütig, vom Innenminister bis zum letzten Antifa-Verein gibt man sich zufrieden: Der FC Ostelbien Dornburg wurde am Abend des 31. August 2015 vom Landessportbund mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen. Als Grund werden „eine Reihe rechtsextremer Vorfälle in dem Verein“ angeführt.

Der Antrag hierfür kam vom Fußballverband des Landes Sachsen-Anhalt und erfolgte – wie bei politischen Manifestationen dieser Art üblich – einstimmig. Andreas Silbersack, Präsident des Landessportbundes erklärte hierzu: „Diese Entscheidung gegen rechtsextreme Tendenzen ist konsequent. Eine weitere Teilnahme am Spielbetrieb ist damit nicht mehr möglich. Wir haben eine Fürsorgepflicht für die Sportler und die Schiedsrichter.“

Dabei hatte es lange nicht so ausgesehen, dass die Verantwortlichen zu diesem Mittel greifen würden. Zwar gab es tatsächlich einige Fälle von Rüpeleien bis hin zu handfesten tätlichen Übergriffen am Rande von Spielen und auch während der Spiele selbst. Geahndet wurden sie mit den im Sport üblichen Strafen und Sperren. Vor Gericht wurden die wenigsten Fälle ausgetragen, und wenn, stellte sich wie bei einem Fall in diesem Jahr heraus, dass auch die Spieler der gegnerischen Mannschaften nicht frei von Fehlern gehandelt hatten.

So hätte es sicher weiter gehen können, der Druck aus Politik und Medien wurde jedoch ständig stärker. Nicht nur die Regionalblätter, sondern auch bundesweit agierende Zeitungen und Magazine arbeiteten sich an dem Dorfklub ab. Ein Verein aus Schermen (Jerichower Land) sagte das Spiel gegen den FC Ostelbien letzte Woche nur deshalb ab, weil sich Kamerateams von fünf Sendern für das Spiel der 9. Liga angekündigt hatten.

Eine üble Rolle spielte auch der Verfassungsschutz, der nicht oft genug verkünden konnte, dass sich 10 „Neonazis“ unter den Spielern befinden sollen. Wie viele V-Leute sie im Verein und seinem Umfeld untergebracht und welche Rolle diese Subjekte bei den kritisierten Verfehlungen gespielt haben, darüber hüllen sich die Schlapphüte in Schweigen.

Der Verein will den Ausschluss nicht hinnehmen und wird Widerspruch einlegen. Ein Rechtsanwalt wurde eingeschaltet, der dem Präsidium bereits im Vorfeld der Entscheidung u.a. eine Beeinträchtigung der Grundrechte vorwarf. Ein Erfolg ist nicht auszuschließen, der Weg durch die Instanzen hält bekanntlich manche Überraschung bereit.

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