Freundlich und gut integriert: Der Messerstecher von Wasserburg

Es geschah am 15. August 2014: Eine „Asylpatin“ wird von einem aus Mali stammenden Asylbewerber im Treppenhaus des Heims zuerst umarmt und dann in den Bauch gestochen. Die Verletzung...

Es geschah am 15. August 2014: Eine „Asylpatin“ wird von einem aus Mali stammenden Asylbewerber im Treppenhaus des Heims zuerst umarmt und dann in den Bauch gestochen. Die Verletzung ist lebensgefährlich. Ein weiterer Stich geht in den Oberarm, dabei bricht das Messer ab. Morddrohungen auf Englisch folgen. Die 21-jährige Frau flüchtet in eine Tankstelle, im Krankenhaus kann ihr Leben gerettet werden.

Das Entsetzen vor Ort ist groß, der Widerhall in den Medien bleibt jedoch auf die regionale Presse beschränkt. Das gilt bislang auch für den in dieser Woche beginnenden Prozeß. Die Staatsanwaltschaft des Landgerichts in Traunstein geht von einem versuchten Mord aus – soweit die Faktenlage. 

Das Entsetzen vor Ort war wirklich groß. Doch weniger wegen der Tat selbst, sondern aus Sorge, es könnte so etwas wie „Ausländerfeindlichkeit“ entstehen. Der „Flüchtling“ habe sich doch viel Mühe gegeben mit dem Deutschlernen und der Integration, am Eiselfinger „Lauf für das Leben“ teilgenommen und sei mit der engagierten (und abgestochenen) Betreuerin gut ausgekommen. 

Dem Täter war zunächst die Flucht gelungen. Über Facebook suchten die Betreuerinnen des „Wasserburger Helferkreises“ zu ihm Kontakt, konnten ihn nach vier Monaten dazu bewegen, sich der Polizei zu stellen. Natürlich nicht, ohne den hungrigen und abgerissen wirkenden Afrikaner vorher zu baden und zu verköstigen. In den Medien machten Berichte über „traumatische Erlebnisse“ des Asylbewerbers die Runde, ein psychiatrischen Gutachten stellte Depressionen fest. In welche Richtung die Verhandlungen bei Gericht gehen dürften, steht damit schon fest. 

Wer glaubt, in Wasserburg habe eine Art „Helfersyndrom“ um sich gegriffen, liegt sicher nicht ganz falsch. Es hat anscheinend auch Kommunalpolitiker ergriffen, wie man im „Oberbayerischen Volksblatt Rosenheim“ nachlesen konnte. „Wo führt das hin, wie soll es weitergehen?“ wird Landrat Wolfgang Berthaler (CSU) zitiert. Die Antworten des „schwarzen“ Politikers auf die Probleme in der Asylfrage könnten aus der rot-grünen Ecke stammen, wie er es auch selbst sieht: „Diese Aufgabe können wir nur gemeinsam bewältigen, da darf die Partei keine Rolle spielen, das ist ein Thema der Gesellschaft für die Zukunft“. Aus seiner Sicht gibt es zu wenig Betreuer für allein (ein)reisende Jugendliche, jeder irgendwie nutzbare Wohnraum wurde angemietet, Turnhallen belegt und nun sollen auf städtischen Flächen Container aufgestellt werden. Die europaweiten Ausschreibungen laufen schon. 

Der Landrat freut sich auch über „Fortschritte“ in der Asylpolitik: „Formalisten bleiben langsam auf der Strecke, Pragmatiker rücken nach, sie machen die Angelegenheiten schneller und menschlicher“. Eines ist klar: Wer heute noch auf Unionspolitiker vertraut, wenn es um die Lösung des Asylkrise zugunsten der Interessen des deutschen Volkes geht, setzt auf eine Karte, die garantiert nicht „sticht“.

 

 

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