West-östliche Achse an der Newa aus der Taufe gehoben

In St. Petersburg trafen sich kulturkonservative Patrioten aus Rußland, Westeuropa und Amerika Im April jährte sich der Geburtstag Otto von Bismarcks zum 200. Mal. Der „Eiserne Kanzler“ ist nicht...

In St. Petersburg trafen sich kulturkonservative Patrioten aus Rußland, Westeuropa und Amerika

Im April jährte sich der Geburtstag Otto von Bismarcks zum 200. Mal. Der „Eiserne Kanzler“ ist nicht nur als Einiger Deutschlands und Schöpfer unseres Sozialversicherungssystems in die Geschichte eingegangen, seine umsichtige Außenpolitik sorgte auch über viele Jahre für Frieden in Europa. Die Bundesregierung kann sich nicht auf diese gute Tradition berufen. Im Schlepptau von USA, NATO und EU suchen Merkel, Steinmeier & Co. heute nicht die Verständigung mit Rußland, sondern gehen auf Konfrontationskurs.  

 

Thorsten Thomsen

Ganz anders die Vertreter von rund zwei Dutzend patriotischen und national-identitären Parteien und Bewegungen, die sich am vorletzten März-Wochenende auf Einladung der russischen Rechtspartei Rodina in St. Petersburg trafen, um ein deutliches Zeichen der Solidarität mit Rußland in die Welt auszusenden und dem Säbelrasseln des Westens unüberhörbare Friedenssignale entgegenzusetzen. Mit dabei war auch eine Abordnung der neuen europäischen Formation Alliance for Peace and Freedom (APF) in Gestalt ihres Vorsitzenden Roberto Fiore, des früheren EU-Parlamentariers Nick Griffin, des Europaabgeordneten Udo Voigt von der NPD, der beiden EU-Mandatare Georgios Epitideios und Eleftherios Synadinos von der Goldenen Morgenröte sowie weiterer Repräsentanten.

Während sich in eisiger Kälte vor dem Tagungshotel ein kleines Häuflein unverbesserlicher Kommunisten, Westextremisten und LGBT-Lobbyisten versammelte, um dem Gedanken der Völkerverständigung zu schaden, schlugen drinnen beim „Internationalen Russischen Konservativen Forum“ über 400 Patrioten von Nah und Fern ein neues Kapitel der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf. Laut Kongreßunterlagen beriefen sich die Veranstalter der Konferenz ausdrücklich auf die bekannte Putin-Rede vom September 2013, in der der russische Präsident in erfreulicher Deutlichkeit die „Exzesse der political correctness“ und den voranschreitenden Verlust der kulturellen Identität Europas angeprangerte.

Internationales Forum

Im Gegensatz zur US- und EU-hörigen Bundesregierung bekundete der deutsche EU-Abgeordnete Udo Voigt auf der Konferenz seine Solidarität mit Rußland und legte besonderen Wert auf die Feststellung, daß Deutschland nach wie vor ein fremdbestimmtes Land und von echter Souveränität weit entfernt sei. Der langjährige NPD-Vorsitzende fand auch für die dezidiert familienfreundliche Politik des Kreml anerkennende Worte und verdeutlichte einmal mehr, daß sich das Europa der Vaterländer nicht um die Probleme von Schwulen und Lesben zu kümmern habe, sondern sein Augenmerk auf den Schutz der traditionellen Ehe und Familie zu richten habe, was von der Zuhörerschaft mit lebhaftem Beifall quittiert wurde.

Außerdem stellte Voigt für die Nationaldemokraten unmißverständlich klar, daß die westlichen Sanktionen gegen Rußland sowohl außen- als auch wirtschafts- und energiepolitisch deutschen Interessen schaden und NATO-Truppen an Rußlands Grenzen keine Option zur Friedenssicherung in Europa sein können. Gemeinsam mit anderen nationalen Kräften in Europa fordert die NPD daher einen sofortigen Stopp der Sanktionen und ein Ende der NATO-Aggression.

Auch andere Referenten wie der Dugin-Vertraute Leonid Savin von der „Eurasischen Bewegung“, Fjodor Birukow von der Rodina-Partei, der Belgier Kris Roman von der Denkfabrik „Euro-Rus“, der Rechtsanwalt und Menschenrechtsaktivist Johan Beckman aus Finnland, Daniel Carlsen von der Danskernes Parti, der amerikanische Publizist Jared Taylor, Jukka Davidson von der finnischen Unabhängigkeitspartei oder der französische Regionalabgeordnete Olivier Wyssa verdeutlichten die Notwendigkeit guter Wirtschaftsbeziehungen und einer politischen Allianz mit Rußland.

Großes Medieninteresse

Zwischen den Vorträgen bot sich den Referenten und Gästen des Kongresses die Gelegenheit, neue Bekanntschaften zu schließen und über die weltpolitische Lage zu diskutieren. Ganz besonders erfreut zeigten sich die Teilnehmer dabei über den Besuch der charmanten Ex-Boxweltmeisterin im Fliegengewicht Nina Abrosowa. Die 31-jährige Sportlerin sitzt heute als parteilose Abgeordnete im Stadtrat von St. Petersburg und ließ es sich nicht nehmen, im „Holiday Inn“ vorbeizuschauen, um den Vorträgen zu lauschen und sich insbesondere mit dem mitgereisten Voigt-Referenten Karl Richter intensiv auszutauschen. Beide waren sich darin einig, daß mit einer starken Rechten eben auch in der Politik manches besser geht.

Am Ende der Konferenz, die zuvor noch von einer Bombendrohung überschattet wurde und deswegen kurz unterbrochen werden mußte, unterzeichneten die Teilnehmer eine Resolution, in der es unter anderem heißt: „Unser Hauptziel ist die Schaffung einer freien, multipolaren und fortschrittlichen Weltordnung. (…) Wir haben uns zusammengeschlossen, um das Instrument einer effizienten internationalen Zivilgesellschaft zu schaffen, die die traditionellen Werte, eine friedliche Koexistenz und Entwicklung, die Menschenrechte und originäre Freiheitsrechte des Einzelnen schützt, die in ihrer einzigartigen und unwiederholbaren nationalen Kultur wurzeln. (…) Wir fordern die westliche Gemeinschaft auf, die Prinzipien von Demokratie und Freiheit zu achten, und wir verurteilen ‚zweierlei Maß‘ in den Beziehungen des Westens zur übrigen Welt.“ (Den vollen Wortlaut findet man in russischer und englischer Sprache im Internet unter www.realpatriot.ru/resolution)

Schon erste Reaktionen zeigten, daß der Kongreß in St. Petersburg, der unter dem Motto „Jetzt oder nie“ stand, auch bei westlichen Medien auf erhebliches Interesse stieß. Auch deutsche Leitmedien wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel Online, die taz oder die Süddeutsche kamen nicht umhin, von der internationalen Konferenz zu berichten, freilich mit negativem Grundton. Am exaltiertesten äußerte die Altkommunistin und frühere Stasi-IM Anetta Kahane, die in der Berliner Zeitung allen Ernstes von einem „faschistischen Antifaschismus“ fabulierte. Russische Zeitungen und Online-Medien zeichneten hingegen ein objektives Bild von der Veranstaltung und den versammelten Politikern, Publizisten, Wissenschaftlern und Wirtschaftsexperten.

Christlich-abendländische Werte

Gegenüber der Deutsche Stimme erklärte der Konferenzteilnehmer und NPD-Europaabgeordnete Udo Voigt im Nachgang: „Ich denke, wir konnten auf diesem Kongreß viele neue Freundschaften schließen und politische Kontakte knüpfen. Und wir haben es geschafft, eine politische Resolution zu erarbeiten, in der wir uns zu den christlichen Werten des Abendlandes bekennen, die einen Schutz vor weiterer Islamisierung bilden werden. Ferner zeigen diese Werte, daß wir die Gender-Politik und die Schwulen- und Lesbenförderung der westlichen One-World-Gesellschaft deutlich ablehnen und uns für die Identität unserer Völker, für die eigenen Familien und für die Kinder entscheiden und politisch stark machen.“ Voigt zeigte sich außerdem zuversichtlich, daß die neuen russischen Partner „sich davon überzeugen konnten, daß wir nicht die Letzten von gestern, sondern die Ersten von morgen sind“.

Festzuhalten bleibt, daß das „Internationale Russischen Konservative Forum“ einen bedeutenden Schritt auf dem Weg zu einer engeren Kooperation zwischen russischen und westeuropäischen Patrioten markierte. Dem Treffen in der einstigen Hauptstadt des Zarenreiches werden weitere folgen, um auch künftig in politischen Grundsatzfragen mit einer Stimme zu sprechen. Zu hoffen bleibt, daß andere europäische Rechtsparteien wie die ungarische Jobbik, die FPÖ oder der französische Front National, die ebenfalls eingeladen waren, aber der Veranstaltung fernblieben bzw. ihre Zusage im letzten Moment wieder zurückzogen (so geschehen im Falle des Wiener FPÖ-Politikers Johann Gudenus), beim nächsten Mal mit am Konferenztisch sitzen und sich der neuen west-östlichen Achse kulturkonservativer Souveränisten anschließen werden.

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