8. Mai – wir haben keinen Grund zum Feiern

Heute jährt sich zum 70. Mal der 8. Mai 1945 – der Tag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. In den vergangenen Jahren haben mehrere Bundesländer den...

Heute jährt sich zum 70. Mal der 8. Mai 1945 – der Tag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. In den vergangenen Jahren haben mehrere Bundesländer den 8. Mai zum gesetzlichen Gedenktag auserkoren, um den „Tag der Befreiung“, wie ihn Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 erstmals bezeichnete, mit erhobenem Zeigefinger zu begehen.

Auch heute fanden sich im Reichstag die Abgeordneten des Bundestags und die Mitglieder des Bundesrates zusammen, um eine Gedenkstunde zu inszenieren. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) wies in seiner Ansprache darauf hin, dass der 8. Mai ein Tag der Befreiung gewesen sei, „aber kein Tag der deutschen Selbstbefreiung“. Deutschland wurde von alliierten Bomberstaffeln und mit äußerster Brutalität vorgehenden sowjetischen Soldaten „befreit“.

Doch wovon wurde Deutschland „befreit“? Im Bundestag präsentierte man den 8. Mai 1945 heute als Tag der Befreiung von der nationalsozialistischen Herrschaft, doch vergaß zu erwähnen, dass in der Folge des 8. Mai über 15 Millionen Deutsche aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Mehr als zwei Millionen Menschen – vor allem Frauen, Kinder und Greise – kamen bei der Flucht ums Leben, Millionen deutsche Frauen wurden von den „Befreiern“ vergewaltigt. Unzählige deutsche Kriegsgefangene sahen ihre Heimat erst nach Jahren wieder, viele starben in den Kriegsgefangenenlagern der Siegermächte.

Deutschland war am 8. Mai 1945 auch von seiner staatlichen Souveränität und Handlungsfähigkeit „befreit“ worden. So sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bereits am 18. November 2011: „Das war die alte Ordnung, die dem Völkerrecht noch zu Grunde liegt, mit dem Begriff der Souveränität, die in Europa längst ad absurdum geführt worden ist – spätestens in den zwei Weltkriegen der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Und wir in Deutschland sind seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen.“

Es ist bezeichnend, dass Bundespräsident Joachim Gauck nach der Gedenkstunde im Bundestag als erstes zu einer russischen Kriegsgräberstätte pilgerte, um dort der sowjetischen Gefallenen und nicht der Toten des eigenen Volkes zu gedenken. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Sonntag nicht an die eigenen Opfer erinnern, sondern einen Kranz am Moskauer Grabmal des unbekannten Soldaten niederlegen, mit dem der sowjetischen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs gedacht wird.

Die politisch verordnete Wahrnehmung des 8. Mai als Tag der Befreiung ist kein vernachlässigenswertes Detail der Geschichte, sondern einer der Hauptgründe dafür, dass in Deutschland bis zum heutigen Tag Politik für fremde Interessen gemacht wird.

Die einseitige Betrachtung der jüngeren deutschen Geschichte, die weitgehende Ausblendung deutscher Opfer und der daraus folgende Verzicht auf die Durchsetzung deutscher Interessen, der bis heute Primat der deutschen Politik ist, müssen beendet werden!

Ronny Zasowk

 

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