Feuerwehr – Kampf an zwei Fronten

Sie gehören zu den angesehensten Bürgern unseres Landes: die Mitglieder der Feuerwehren. Dabei ist es gleich, ob sie hauptberuflich in größeren Städten oder auf freiwilliger Basis in den Gemeinden...

Sie gehören zu den angesehensten Bürgern unseres Landes: die Mitglieder der Feuerwehren. Dabei ist es gleich, ob sie hauptberuflich in größeren Städten oder auf freiwilliger Basis in den Gemeinden tätig sind. In vielen Familien wird die „Spritze“ seit Generationen weitergegeben, selbst in den kommunalen Vertretungen sind sie oft präsent.

Doch immer häufiger sind Meldungen in der Lokalpresse zu finden, die darüber berichten, daß den Freiwilligen Feuerwehren die Leute ausgehen. Das ist vor allem in kleinen Orten ein Problem, in denen es keine Berufswehren gibt. Es sind nicht nur die Folgen der demographischen Katastrophe, die zum Nachwuchsmangel führen. Immer weniger Mitglieder haben eine Arbeit vor Ort und sind damit bei Alarm erreichbar. Sie arbeiten als Pendler in den Städten, wenn sie ihre Heimat nicht ganz verlassen mußten. Doch auch für die, die am Arbeitsplatz erreichbar sind, wird es immer schwieriger, das notwendige Verständnis für die Einsätze beim Arbeitgeber zu finden. Seitens der Politik ist vereinzelt von „Zwangsverpflichtung“ die Rede, ernsthaft probiert hat es aber noch niemand. Der Rechtsweg dürfte für derartige Pläne rasch in eine Sackgasse führen.

Die Zahl der Einsätze hat sich dagegen oft vervielfacht, insbesondere dort, wo sich im Einzugsbereich Autobahnen oder vielbefahrene Bundesstraßen befinden. Immer häufiger beunruhigen Brandstifter ganze Ortschaften. Hinzu kommen Katastropheneinsätze wie Hochwasser oder Unfälle mit Chemikalien. Brandmeldeanlagen lösen zahlreiche Fehlalarme aus, der Mißbrauch von Notrufen scheint für manche Zeitgenossen zum Volkssport geworden zu sein.

Zumindest bei den städtischen Berufsfeuerwehren könnte die Welt deshalb noch halbwegs in Ordnung sein, weil hier der Nachwuchs – wenn man denn will – über eine gute Bezahlung gesichert werden könnte. Doch besonders in den als „soziale Brennpunkte“ beschriebenen Vierteln herrschen bei Einsätzen von Feuerwehr oder Rettungskräften oft bürgerkriegsähnliche Zustände. So werden in der Silvesternacht die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr mit Böllern und Flaschen angegriffen. Es kommt schon mal vor, daß unter einem Fahrzeug eine ganze Feuerwerksbatterie gezündet wird. Zunehmende Gewalt und mangelnder Respekt sind Alltag. „Mittlerweile haben viele Einsatzkräfte landesweit Angst vor Angriffen bei solchen Einsätzen, etwa an Silvester oder Karneval“, so Christoph Schöneborn, Landesgeschäftsführer des Verbandes der Feuerwehren in NRW gegenüber der „Welt“. „Solche Vorfälle sind zwar immer noch Einzelfälle, aber sie nehmen ganz klar zu.“

Der Berliner Landesbranddirektor Wilfried Gräfling hierzu im RBB: „Wir kennen das schon seit langer Zeit. Einerseits sind wir Staat. Das heißt, wenn wir tätig werden, werden wir von einigen Gruppen in der Bevölkerung auch angegriffen“. Als weitere Ursachen benennt er „Übermut, Gruppendynamik und Alkohol“, über die ethnische Zusammensetzung dieser „Gruppen in der Bevölkerung“ oder ihre politische Ausrichtung sagt er lieber nichts. Dabei pfeifen es nicht nur die bekannten Spatzen von den Dächern, welchen „kulturellen Hintergrund“ die Personenkreise haben, die gern die sozialen Segnungen unseres Vaterlandes (aus-)nutzen und zugleich ihrer Respektlosigkeit freien Lauf lassen. Über Bewerbungen bei den Feuerwehren aus diesem Umfeld war bislang nichts zu hören – Zufall?

Die Probleme der Feuerwehren sind nur eines von vielen Alarmsignalen, die die Krise unseres Gemeinwesens schlaglichtartig sichtbar machen. Der Nationalstaat ist nicht das Auslaufmodell,  als das er von interessierter Seite hingestellt wird. Er ist die Grundlage für alles, was für ein funktionierendes Zusammenleben notwendig ist. Dem muß die Politik endlich wieder Rechnung tragen.

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