Der Brandanschlag von Tröglitz – Nutznießer und Betroffene

Tröglitz kommt nicht zur Ruhe. Hier gab es in den vergangenen Monaten Proteste zahlreicher Einwohner gegen die geplante Ansiedlung von Asylbewerbern. Sie fanden als friedliche Spaziergänge statt, die überregional...

Tröglitz kommt nicht zur Ruhe. Hier gab es in den vergangenen Monaten Proteste zahlreicher Einwohner gegen die geplante Ansiedlung von Asylbewerbern. Sie fanden als friedliche Spaziergänge statt, die überregional kaum wahrgenommen wurden. Das änderte sich schlagartig, als Ortsbürgermeister Nierth wortreich seinen Rücktritt verkündete.

Es kam zu einem Presseauflauf, wie ihn die Tröglitzer bisher nicht kannten. Politiker von der kommunalen bis zu Bundesebene meldeten sich zu Wort, die Wahrheit spielte in ihren zahlreichen Verlautbarungen immer seltener eine Rolle. Trotz des aufgebauten Druckes fanden die Spaziergänge weiter statt, eine vom Landrat einberufene Versammlung fand regen Zulauf und gab den Bürgern Gelegenheit zu offenem Widerspruch gegen die aktuelle Asylpolitik. Währenddessen wurde die Ankunft der ungebetenen Gäste weiter vorbereitet. Ein frisch renoviertes Mehrfamilienhaus stand bereit, ab Mai als Unterkunft zu dienen.

In der Nacht vom Karfreitag auf den Sonnabend ging nun dieses Haus, das über zwei Eingänge verfügt, in Flammen auf. Die zwei darin lebenden Mieter konnten sich retten. Die Brandursache war noch nicht bekannt, da wurden schon die Tröglitzer Spaziergänger und ihr Umfeld verantwortlich gemacht. Der ehemalige Bürgermeister bekam seinen ganz großen Auftritt, Ministerpräsident Haseloff reiste an und konnte in markigen Worten das Geschehen verurteilen. Auch sonst ließ es sich kaum ein Politiker nehmen, aus dem Osterurlaub seinen Kommentar abzugeben. In den Nachrichtensendungen verdrängten die Berichte über den Ort im Burgenlandkreis alle anderen Ereignissen auf der Welt von der Spitzenposition. Die Mitglieder der „Tröglitzer Gemeinschaft“ wurden in den sozialen Netzwerken aufs heftigste bedroht.

Als sicher anzunehmen ist inzwischen, daß es einen Einbruch in das betroffene Haus gegeben hat und das Feuer absichtlich gelegt wurde. Da es bewohnt war, ist von einem Fall der „besonders schweren Brandstiftung“ (§306b) auszugehen. Die Mindeststrafe für ein solches Verbrechen beträgt zwei Jahre Freiheitsentzug. Ebenfalls sicher ist es, daß die Asylbewerber trotzdem nach Tröglitz kommen werden. Vielleicht ein paar Wochen später und in andere Quartiere – aber: Proteste dürfte es kaum noch geben. Wer möchte schon mit Brandstiftern in eine Reihe gestellt werden?

Den Befürwortern einer ungezügelten Einwanderung kann das nur recht sein. Wer das Feuer gelegt hat, ist dabei fast schon nebensächlich. Natürlich kann es ein geistig minderbemittelter Wirrkopf gewesen sein, der seine Brandstiftung für eine politische Heldentat hält. Ein im Netz kursierendes „Bekennerschreiben“ linksgerichteter Täter scheint wenig glaubwürdig, ganz auszuschließen sind solche Hintergründe nicht. Und auch Geheimdienste hatten schon oft ihre schmutzigen Finger in derartigen Aktionen. Erinnert sei an die zu Weihnachten 1959 an die Kölner Synagoge geschmierten Hakenkreuze oder den V-Mann des „Verfassungsschutzes“, dessen Treiben im Zuge der Ermittlungen zum Brandanschlag in Solingen zutage trat. Im April 2006 hatte sich der VS-Beamte Andreas Temme in einem Internetcafé in Kassel aufgehalten, während der dort dem NSU zugeschriebene Mord geschah.

Was bleibt? Die Proteste gegen die Erscheinungen der Globalisierung müssen weitergehen, selbst wenn sie derzeit wenig bewirken können und der Kampf zunehmend schwieriger wird. Und sie müssen konsequent mit friedlichen Mitteln geführt werden, auch wenn linkskrimineller Straßenterror wie unlängst in Frankfurt mittlerweile zur Alltagserscheinung geworden ist und hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Eine intelligente und bürgernahe Argumentation muß die immer platter und primitiver auftretende Propaganda etablierter Politiker widerlegen. Es gibt viel zu tun, um rechtsstaatliche Verhältnisse wieder herzustellen!

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