Rußland-Sanktionen ruinieren deutsche Firmen

Am 23. März teilte das Amtsgericht Magdeburg mit, daß der Maschinenbauer Vakoma Insolvenz angemeldet hat. Das scheint auf den ersten Blick keine besonders wichtige Nachricht zu sein, denn Firmen...

Am 23. März teilte das Amtsgericht Magdeburg mit, daß der Maschinenbauer Vakoma Insolvenz angemeldet hat. Das scheint auf den ersten Blick keine besonders wichtige Nachricht zu sein, denn Firmen mit ganzen 40 Beschäftigten haben höchstens regionale Bedeutung und solche Zahlungsschwierigkeiten sind seit Jahrzehnten nichts Besonderes.

In diesem Fall könnte es sich aber um die Spitze eines Eisberges handeln. Wie der  Insolvenzverwalter mitteilte, hatte sich die auch unter dem Namen „Vakoma Production GmbH“ bekannte Magdeburger Firma vor allem auf den russischen Markt spezialisiert. Zu ihrem Sortiment gehören Antriebe für Zementöfen, Mühlen und Turbokompressoren, deren Absatz in Folge der Sanktionen westlicher Länder gegen Rußland zunehmend zurück ging. Zwar fallen die Produkte nicht direkt unter Embargobestimmungen, da der Rubel aber stark an Wert verlor, brachen wie auch für viele andere Unternehmen zahlreiche Aufträge weg. Zahlungsschwierigkeiten und letztlich die Insolvenz waren die Folge.

Für das 1869 gegründete Traditionsunternehmen geht die Produktion zunächst weiter. Die Aussage des Insolvenzverwalters, Vakoma sei ein gut aufgestelltes Unternehmen und die Tatsache, daß erst im vergangenen Jahr eine neuer Standort eröffnet und dafür 15 Millionen Euro investiert wurden, zeigen, daß sich nicht um eine von der Firmenleitung selbst verschuldete Pleite handelt. Nein – die Schuld trifft ausschließlich die für die Verhängung der Sanktionen gegen Rußland verantwortlichen Politiker in Berlin und Brüssel und ihre Stichwortgeber in den USA.

Die Folgen der Sanktionen ziehen weite Kreise. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das deutsche Exportvolumen nach Rußland im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um eine Milliarde Euro gesunken. Mit 35,1 Prozent stellt das den heftigsten Einbruch seit 2009 (Finanzkrise) dar, den in diesem Ausmaß selbst Experten nicht erwartet hatten. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sprach bisher von einem Minus von höchstens weiteren 15 Prozent, nachdem die Ausfuhren schon 2014 um mehr als 18 Prozent auf 29,3 Milliarden Euro gefallen waren. Auch der Import geht weiter zurück, allein in diesem Januar um gut ein Drittel auf knapp 2,5 Milliarden Euro.

Die Sanktionspolitik wird für die deutsche Wirtschaft zunehmend zum Bumerang. Aber auch außenpolitisch wird die bedingungslose Bindung an die USA immer mehr zur Sackgasse. Rußland mag im Moment in Schwierigkeiten stecken. Nach ihrer Überwindung könnte der Schaden für deutsche Interessen letztlich unabsehbar werden.

Print Friendly, PDF & Email

verwandt mit:

Watch Dragon ball super