Die DS im Gespräch mit Roberto Fiore

Die DS im Gespräch mit Roberto Fiore, Vorsitzender der Alliance for Peace and Freedom (APF), über die Bedrohung durch den islamistischen Terror, die Repressionen gegen die Goldene Morgenröte in...

Die DS im Gespräch mit Roberto Fiore, Vorsitzender der Alliance for Peace and Freedom (APF), über die Bedrohung durch den islamistischen Terror, die Repressionen gegen die Goldene Morgenröte in Griechenland und die Ziele des von ihm angeführten neuen patriotischen Bündnisses auf europäischer Ebene

»Sie haben uns den Krieg erklärt, also müssen wir uns auch verteidigen!«

DS: Herr Fiore, vor kurzem wurden Sie zum Vorsitzenden der neuen europäischen Partei Alliance for Peace and Freedom (APF) gewählt, einem Zusammenschluß nationaler Parteien, dem auch die drei Europaabgeordneten der griechischen Goldenen Morgenröte und der deutsche EU-Abgeordnete Udo Voigt von der NPD angehören. Welcher Intention folgt diese Neugründung und wo liegen die politischen Schwerpunkte?

Für uns bietet sich die außergewöhnliche Gelegenheit, eine politische Strömung auf europäischer Ebene zu repräsentieren, die bislang nicht mehr vertreten wurde. Es ist für uns nun möglich, politische Positionen zu formulieren und aufzuzeigen, was zu tun ist, um den Gefahren für Europa zu begegnen, und dann gemeinsam zu handeln. Wir sind ja schon in einigen europäischen Ländern präsent, und es werden noch mehr Länder werden, in denen wir als vereinte und unverwechselbare Kraft gegen die neuen Bedrohungen auftreten.

DS: Nun gibt es auf europäischer Ebene ja bereits verschiedene patriotische und rechte Bündnisse. Warum also etwas Neues statt sich einer der bestehenden Organisationen anzuschließen?

Der Hauptgrund ist die eigene Dynamik, die wir als APF entwickeln können. Wir sind nun schon einige Male zusammengekommen, und was auch immer dabei entschieden wurde, es wurde stets mit einer Stimme gesprochen. Das ist ein neuer Stil, der uns von anderen unterscheidet. Wir haben unsere eigene Geschichte, Leute wie ich, Udo Voigt und Nick Griffin kennen uns seit über zwanzig Jahren, und wir teilen die gleichen strategischen Ziele. Das ist eine gute Basis zur Zusammenarbeit, von der aus wir uns vergrößern können. Wir zeichnen uns durch eine weltanschaulich klare und gefestigte Haltung aus und können zugleich auf dem politischen Feld praktisch und effektiv agieren.

DS: In einer APF-Pressemitteilung nach dem Überfall von Islamisten auf die Redaktion des Satire-Magazins »Charlie Hebdo« in Paris haben Sie auch die Fehler und Versäumnisse des Westens benannt. Was muß Ihrer Ansicht nach – sowohl außen- als auch innenpolitisch – unternommen werden, um der Bedrohung durch den islamistischen Terror in Europa zu begegnen?

Zunächst einmal müssen wir jene Kräfte und Staaten politisch angreifen, die ISIS unterstützen. Ich denke hier vor allem an Saudi-Arabien, Katar und die Türkei, zu denen nicht nur die diplomatischen Beziehungen, sondern auch alle wirtschaftlichen Beziehungen unterbrochen werden müssen. Wir brauchen kein Trojanisches Pferd in unseren Ländern, und wir können keine Beziehungen zu Kreisen unterhalten, die ISIS finanzieren, die Verbrecher finanzieren, die Christen oder »Ungläubige« enthaupten. Weiterhin müssen wir erkennen, daß diese Bedrohung von den USA und auch Israel befördert und genutzt wird, da seitens dieser Staaten ein Interesse besteht, daß sich der ISIS-Terror gegen Europa und gegen Rom richtet. Leute wie al-Baghdadi haben ja mehrfach erklärt, daß Rom ein Ziel des IS-Vormarsches ist. Sie haben uns den Krieg erklärt, also müssen wir uns auch verteidigen! Deswegen ist es wichtig, daß wir die Menschen in unseren Heimatländern auf diese Bedrohung aufmerksam machen. Insbesondere in Italien haben wir ein Problem mit der Massenzuwanderung, und es ist ja ziemlich offensichtlich: Diese Boote kommen von Libyen, das sich in der Hand von ISIS befindet. Die Boote sind voller Menschen, die – was selbst der italienische Innenminister erkannt hat – entweder direkt von ISIS nach Europa geschickt werden oder zumindest potentielle Dschihadisten sind.

DS: Im Dezember letzten Jahres besuchten Sie im Rahmen einer »Fact-finding Mission« der APF Griechenland, um sich ein eigenes Bild von den juristischen Repressionen gegen führende Mitglieder die Goldene Morgenröte zu machen. Gegen 31 Mitglieder der Partei, darunter neun Abgeordnete des griechischen Parlaments, wird wegen »Bildung einer kriminellen Vereinigung« ermittelt. Auf dem Programm stand auch ein Besuch des inhaftierten Parteivorsitzenden Nikolaos Michaloliakos. Welche Eindrücke konnten Sie bei dieser Reise gewinnen?

Für mich ergibt sich da ein sehr klares Bild: Jetzt, da Ministerpräsident Tsipras sein Versprechen nicht eingelöst hat, den nationalen Stolz und die nationale Würde Griechenlands zu verteidigen, ist die Goldene Morgenröte in der Lage, sich als die einzige politische Kraft präsentieren, die gewillt ist, die Würde und Ehre der Griechen wiederherzustellen. Sie ist die einzige Opposition, die einzig glaubwürdige Opposition! Tsipras war ja vorher auch in der Opposition, und die Leute glaubten an ihn, aber er ist unter dem Druck der EU total eingeknickt. Das muß man wissen, um zu verstehen, warum die Goldene Morgenröte einer solchen Repression ausgesetzt ist. Sie war eine Gefahr für die herrschende politische Klasse – und sie ist es immer noch, eine außerordentlich große Gefahr sogar. Bei der letzten Wahl bekam sie ja wieder über sechs Prozent.

DS: Es gibt also aus Ihrer Sicht Hinweise darauf, daß die Verfolgung der Goldenen Morgenröte politisch motiviert ist?

Nicht nur Hinweise, die ganze Sache ist doch mehr als offensichtlich. Wir wissen ja aus einem vertraulichen Telefonat, das veröffentlicht wurde, daß Samaras, damals griechischer Ministerpräsident, die Staatsanwaltschaft dazu gedrängt hat, gegen die Goldene Morgenröte vorzugehen. Das zeigt ja, daß es keine echte Gewaltenteilung zwischen der Judikative und der Exekutive, den führenden politischen Kräften, gibt, wie es eigentlich sein sollte. Und jeder weiß, daß Samaras bei einem Treffen des American Jewish Committee in New York versprochen hat, daß er die Goldene Morgenröte ausschalten wird. Auf eines möchte ich an dieser Stelle aber noch hinweisen: Es ist ja nicht nur so, daß Führungsleute der Goldenen Morgenröte inhaftiert sind, auch zwei ihrer Mitglieder wurden auf eine brutale und mysteriöse Art und Weise ermordet. Ich bin davon überzeugt, daß dahinter die gleichen Kreise stecken, die Hand des Establishments.

FioreDS: Seit dem 26. Januar hat Griechenland eine neue Regierung. Wie wird sich Ihrer Ansicht nach die Lage für die Goldenen Morgenröte unter einem Ministerpräsidenten Alexis Tsipras von der Linkspartei Syriza ändern?

Ich glaube nicht, daß sich die Situation verändern wird, jedenfalls nicht zum Positiven, denn sobald man die Leute von der Goldenen Morgenröte aus dem Gefängnis entläßt, würde dies der Partei einen gewaltigen Auftrieb geben, und zwar in der Form, daß sie am Ende gar die Regierung Tsipras aus dem Amt fegen könnte. Ich fürchte, es wird daher unglücklicherweise auf die neue griechische Regierung ein enormer Druck ausgeübt werden, die Repressionen gegen die Goldene Morgenröte fortzuführen.

DS: Und was wird die APF in Sachen Repressionen gegen die Goldene Morgenröte weiter unternehmen?

Wir werden das weiterhin anprangern und öffentlich machen, mit welchen Methoden gegen die Goldene Morgenröte vorgegangen wird, auch um patriotische Parteien in ganz Europa zu warnen: Das ist etwas, das überall passieren kann, wenn die Chancen für Nationalisten, an die Macht zu kommen, steigen. Wir müssen uns aber nicht nur selbst auf so etwas vorbereiten, sondern der europäischen Öffentlichkeit aufzeigen, daß im Jahr 2015 in Europa, im freien Europa, eine starke Partei, die auf nationaler und europäischer Ebene parlamentarisch verankert ist, grundlos verfolgt und unterdrückt wird, daß man ihre Führungsleute ins Gefängnis steckt – und zwar mit Billigung aller anderen politischen Kräfte. Das ist ein Skandal, gegen den wir überall unsere Stimme erheben müssen!

DS: Abschließend eine Frage zur Zukunft der APF. Können Sie uns schon verraten, was in den kommenden Monaten bei Ihnen ansteht und auf welchen politischen Feldern Sie sich engagieren wollen?

In organisatorischer Hinsicht müssen wir weitere Parteien und Bewegungen für unsere Sache gewinnen, ob sie nun parlamentarisch vertreten sind oder nicht. Natürlich ist es besser, wenn sie es sind, aber das ist zweitrangig. Wir wollen alle genuin patriotischen Bewegungen in Europa sammeln. Politisch müssen wir unsere Beziehungen zu Rußland stärken, denn Rußland ist unser Partner, nicht unser Feind. Wir sprechen uns gegen die NATO aus, und unser Vorhaben ist es, die USA durch Rußland als Verbündeten in einem gesamteuropäischen Konzept zu ersetzen. Zurzeit richten wir unser Hauptaugenmerkt auf die islamistische Bedrohung und müssen deswegen auch in die Regionen gehen, von denen diese Gefahr ausgeht. Deswegen werden wir schon bald nach Syrien reisen und uns dort auch mit den Spitzen der christlichen Gemeinden, die seit geraumer Zeit unter furchtbaren Massakern zu leiden haben, treffen. Wir wollen zeigen, daß Europa an ihrer Seite steht, und dabei auch Informationen einholen, die wichtig sind, um der unvorstellbaren Gefahr, die vom islamischen Fundamentalismus ausgeht, wirksam zu begegnen.

Herr Fiore, wir danken Ihnen für das Gespräch.

 

Das Interview führten DS-Redakteur Thorsten Thomsen und Jens Pühse, Auslandsbeauftragter der NPD und Generalsekretär der APF.

 

Zur Person: Roberto Fiore, geboren am 15. April 1959 in Rom, römisch-katholisch und Schüler des traditionalistischen Philosophen Julius Evola, gilt als einer der bekanntesten Köpfe des zeitgenössischen italienischen Nationalismus. In den achtziger Jahren begründete er mit Nick Griffin und Derek Holland in Großbritannien die »International Third Position« (ITP), nachdem er sich bereits Ende der siebziger Jahre der »Terza Posizione« in Italien angeschlossen hatte. Diese »Dritte Position« verwarf Kapitalismus und Sozialismus gleichermaßen zugunsten einer modernen nationalistischen Option. 1997 war er Mitbegründer der Partei »Forza Nuova«, deren Vorsitzender er bis heute ist. Von 2008 bis 2009 gehörte Fiore dem Europäischen Parlament an. Er war damals Nachrücker für Alessandra Mussolini, auf deren Liste »Alternativa Soziale« er 2004 zu den Europawahlen angetreten war. Am 4. Februar 2015 wurde er in Brüssel zum Vorsitzenden des neuen europäischen Parteienbündnisses »Alliance for Peace and Freedom« (APF) gewählt.

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