Das »Zuwanderungsmodell nach kanadischem Vorbild« – Zukunftsmodell oder Holzweg?

Das kanadische Punktesystem zur Auswahl hochqualifizierter Arbeitskräfte wird gern als Erfolgsmodell verkauft. Auch in Deutschland greifen Politiker darauf zurück, wenn sie eine Abkehr von der ungezügelten Zuwanderung in die...

Das kanadische Punktesystem zur Auswahl hochqualifizierter Arbeitskräfte wird gern als Erfolgsmodell verkauft. Auch in Deutschland greifen Politiker darauf zurück, wenn sie eine Abkehr von der ungezügelten Zuwanderung in die Sozialsysteme fordern und zugleich den Vorwurf der »Ausländerfeindlichkeit« vermeiden wollen. So verstieg sich Frauke Petry (AfD) im Rahmen einer innerparteilichen Auseinandersetzung mit Parteikollegen sogar zu dem Satz: »Religion und Herkunft spielen hierbei keine Rolle.« Das ist natürlich Unfug, denn Religion und Herkunft eines Menschen sind in jedem Falle wichtige Bestandteile seiner Identität. Doch wie wirkt das hochgelobte Punktesystem in Kanada selbst?

Unter dem Titel »Muslime bereiten selbst Musterland Kanada Probleme« warnte die Welt* bereits im Jahr 2010 vor Fehlentwicklungen, wie sie hierzulande nur zu bekannt sind: Probleme in den Schulen, »Ehrenmorde«, Zwangsheiraten und die ganze Palette kultureller Besonderheiten, die auch uns negativ ins Auge fallen. Nach dem Amoklauf eines zum Islam konvertierten Kanadiers im Oktober 2014 in der Hauptstadt Ottawa kam das Thema weit über Kanada hinaus erneut in die öffentliche Diskussion.

Das Punktesystem gilt in Kanada seit 1967. Bis dahin wurden europäische Einwanderer bevorzugt. Seither kamen immer mehr Einwanderer aus Algerien oder Marokko, denen ihre französischen Sprachkenntnisse zugute kamen. Trotz guter beruflicher Qualifikationen fanden sie in Kanada oftmals schlecht Anschluß an die Gesellschaft und wandten sich in der Folge ihren kulturellen und religiösen Wurzeln zu. Daraus kann man ihnen keinen Vorwurf machen. Diese Entwicklung zeigt jedoch, daß das kanadische Modell keineswegs dauerhaft die Probleme vermeiden kann, die mit der Ausbreitung des Islam verbunden sind.

Arabische Investoren nehmen Kurs auf Europa

Die Endlichkeit ihrer Ölreserven vor Augen, setzen arabische Kapitaleigner auf Investitionen und Anlagebeteiligungen außerhalb des Nahen Ostens. Auch wenn Gerüchte, nachdem Araber halb Berlin aufgekauft hätten, weit übertrieben scheinen: Ihre Pflöcke haben Investoren aus islamischen Ländern sichtbar eingeschlagen. Das Hotel »Grand Hyatt« gehört einer Artic-Gruppe aus Katar, das Einkaufszentrum »Mall of Berlin« am Leipziger Platz hat arabische Anteilseigner, das »Waldorf-Astoria«-Hochhaus am Zoo gehört einem Geldgeber aus Abu Dhabi. Ähnlich sieht es beim Büro- und Wohnkomplex »Quartier am Auswärtigen Amt« oder dem Shopping-Center »Zehlendorfer Welle« aus. Die Liste ließe sich allein in Berlin fast endlos fortsetzen. Selbst beim Automobilbauer Volkswagen gehören mittlerweile 17 Prozent der Stammaktien einem Geldgeber aus Katar.

Der Einfluß islamischer Investoren schreitet überwiegend still voran. Es gibt jedoch Ausnahmen: Als sich in Dresden Ende 2014 die PEGIDA-Bewegung formierte, wurde unter Schlagzeilen wie »Araber gibt Dresdnern Arbeit« (Kölner* Stadt-Anzeiger*) Stimmung gemacht. Es sei für Dresden ein großes Glück, daß es Männer wie Herrn Waleed Al Mokarrab Al Muhairi und Länder wie Katar gäbe, die 3700 Menschen den Arbeitsplatz bei der Chipfabrik »Globalfoundries« sicherten. Schwülstig formulierte Unterwürfigkeit, garniert mit »passenden« Sprüchen der Noch-Oberbürgermeisterin Orosz – auch sächsische Tageszeitungen übten sich in vorauseilendem Gehorsam gegenüber den neuen »Herren«. Längst bieten Versicherungen »Scharia-konforme« Verträge an, islamverträgliche Anlageformen sind ebenso möglich wie entsprechende Kredite. Sachsen-Anhalt gab schon 2004 eine islamische Anleihe heraus. Diese Art der Einflußnahme kann kein Punktesystem verhindern. Die arabischen Investoren kennen es vielleicht nicht einmal, denn sie benötigen es für ihre Aktivitäten nicht. Dazu gehört neuerdings auch der Erwerb von Immobilien für persönliche Zwecke.

Modell Zweibrücken

Im westpfälzischen Zweibrücken gibt es eine ehemalige Wohnsiedlung der amerikanischen Besatzungstruppen. Nachdem die Stadt seit 1993 meist vergeblich nach Investoren gesucht und bereits einen Teilabriß ins Auge gefaßt hatte, ist nun eine Lösung gefunden worden, für die es nur Lob aus Politik und Medien gibt. Die Gesellschaft »Seven Heavens GmbH« hat einen Teil der Gebäude übernommen und mit der Sanierung begonnen. Ziel war es ursprünglich, die Wohnungen an arabische Urlauber zu vermieten. Die angesprochenen Interessenten aus Kuwait jedoch griffen gleich richtig zu und kauften die 4-Zimmer-Appartements für 80 000 bis 100 000 Euro. Für die Angehörigen der gehobenen Mittelschicht des Emirats stellt das kein Problem dar. Und in Zweibrücken freut man sich über die zahlungskräftigen Kunden, die ganz ohne »Punktesystem« ihren Geschäften nachgehen.

Bislang wurden 48 Wohnungen renoviert, die Platz für 200 Touristen bieten. Die Kuwaitischen Investoren haben 96 weitere Wohnungen gekauft, die bald bezugsfertig sein dürften. Das Beispiel könnte Schule machen, zumal es scheinbar nur Vorteile bringt. Endlich einmal keine Armutszuwanderung!

Doch gibt es vielleicht doch Gründe, diese Entwicklung skeptisch zu sehen? Die wohlhabenden Bewohner des Emirats Kuwait geben an, von Zweibrücken aus Paris und andere Touristenzentren Europas besuchen zu wollen. Außerdem würden sie nur vor dem heißen Sommer in ihrer Heimat in den kühleren Norden fliehen. Doch es gab vor 25 Jahren schon einmal Gründe, Kuwait zu verlassen – Stichwort: Zweiter Golfkrieg. Sollte sich eine derartige Entwicklung wiederholen, würde sich für die Immobilienkäufer von heute eine exzellente Fluchtmöglichkeit bieten. Angesichts des Terrors, den der »Islamische Staat« einige hundert Kilometer weiter im Irak und Syrien ausübt, ist es durchaus denkbar, daß hierin die eigentlichen Gründe für die Investitionen in Rheinland-Pfalz liegen. Wahrscheinlich würde es in diesem Falle nicht bei einigen hundert Arabern bleiben, denn Verwandte oder Angestellte könnten bald folgen. Auch sie werden nicht nach einem Punktesystem nach kanadischem Muster gefragt werden.

Fazit: Das kanadische Punktesystem zur Auswahl hoch qualifizierter Arbeitskräfte hält nicht, was es verspricht. Weder verhindert es die Fehlentwicklungen, die mit einer zunehmenden Islamisierung einhergehen noch hält es andere Formen der Einwanderung oder Einflußnahme auf. Notwendig ist eine Überprüfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, die nicht nur konsequent angewandt, sondern im Bedarfsfall auch grundlegend verändert werden müßten. Das ist von den Vertretern der gegenwärtig herrschenden Politikerkaste allerdings nicht zu erwarten.

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